Stephan Zwierschitz: Zeichen des Abstands

29. Juli 2022 in 2. Liga

Hinfallen, Mund abputzen, Ärmel hochkrempeln. nach dem Betriebsunfall, Abstieg will Stephan Zwierschitz vorangehen, um den FC Flyeralarm Admira wieder in die höchste Spielklasse zu führen. Niemand ist für den Job geeigneter als das Südstadt-Urgestein

Als im Mai feststand, dass die Admira nach elf Jahren und einem höchst unglücklichen Saisonverlauf den Gang in die Zweitklassigkeit antreten muss, war Stephan Zwierschitz „am Boden zerstört“. Klar, für den 31-jährigen Rechtsverteidiger ist die Südstadt so etwas wie eine zweite Heimat. Schon als Kind drückte er dem Klub die Daumen, seit 2013 hält er mit zweijähriger Unterbrechung bei der Austria die Knochen für die Panther hin.

„Als sich das Gefühl der Leere verflüchtigt hat, hatte ich sofort den Gedanken: Ich will den Weg mitgehen, hier etwas entstehen zu lassen und dabei mitzuhelfen, den Verein wieder nach oben zu bringen. Auch wenn klar ist, dass es schwierig wird.“

Der Mann weiß, wovon er spricht. Seit dem FC Linz in der Saison 1995/96 hat es kein Team geschafft, direkt wieder aufzusteigen.

„Ich glaube, dass viele die Qualität der 2. Liga unterschätzen“, sagt Zwierschitz, der seine Vertragsverlängerung als ganz bewusstes Zeichen des Aufbruchs, auch für andere Spieler, einsetzte. „Meine Überzeugung ist, dass viele Top-Vereine der 2. Liga auch in der Bundesliga mithalten könnten.“ Als Beispiel nennt er SK Austria Klagenfurt, das „nur“ als Dritter via Relegation aufstieg und vergangene Saison auf Anhieb die Meistergruppe erreichte.

Natürlich hätte er nichts dagegen, sollte es die Admira als erster Mannschaft seit 26 Jahren gelingen, die sofortige Rückkehr zu schaffen. Und er sieht den Klub auch durchaus als gerüstet an. „Wir haben uns gezielt verstärkt und mit Robert Pätzold einen Trainer, dem wichtig ist, dass wir einen klaren Plan verfolgen und jeder Spieler ganz genau weiß, was er auf dem Platz zu tun hat.“ Und der ein offenes Ohr für jeden Profi hat, was für ein harmonisches Betriebsklima sorgt.

Und trotzdem möchte der Routinier nicht zu viel Druck auf den Kessel geben. „Es wäre fatal zu sagen: Wir sind die Admira, wir sehen uns als großen Favoriten.“ Erledigt werden muss der Job ohnehin auf dem Platz, und dort soll eine Mannschaft zu sehen sein, die eine klare Corporate Identity hat. „Tempofußball, viel Ballbesitz, Torchancen das ist das Spiel, mit dem wir erfolgreich sein wollen.“ Mit Stephan Zwierschitz in tragender Rolle.

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