Nur zwei „i“ im Namen, nur ein Ziel vor Augen

12. October 2020 in 2. Liga Austria Lustenaus Domenik Schierl hat großen Hunger auf die Bundesliga. Nicht erst seit er als Cup-Hexer für Aufsehen sorgte.

Dieser Mann ist der Alptraum jeder Autokorrektur. Weil er eben Domenik Schierl heißt, mit nur zwei „i“ im Namen und nicht Dominik Schierl. „Die meisten glauben, das ist ein Tippfehler. Deshalb wird es oft in die falsche Version ausgebessert. Halb so wild, das bin ich schon gewohnt“, grinst der Austria-Lustenau-Goalie. Inzwischen sollten aber die meisten die richtige Schreibweise kennen. Immerhin sorgt der 26-Jährige regelmäßig mit Topleistungen für Aufsehen. Und das nicht nur in der Liga. So brachte er mit seinen Paraden vergangene Saison Wacker Innsbruck im Cup zur Verzweiflung und so die Vorarlberger sensationell ins Finale. Ausgerechnet im Endspiel gegen seinen Ex-Klub Red Bull Salzburg durfte der Schlussmann aus St. Johann wegen einer Gelbsperre nur zuschauen. „Schuld ist ein Feuerzeug“, klagt er. Selbiges habe er gegen die Tiroler vom Platz entfernt. Schierl bekam wegen Zeitverzögerung den Karton gezeigt. „Es wird hoffentlich nicht mein letztes Finale sein“, blickt er optimistisch nach vorn.

Zurückschauen ist ohnehin kein Genuss. Als Mitfavorit mit Titelambitionen in die Saison gestartet, konnten die Lustenauer die hohen Erwartungen (bis auf das Cup-Wunder) nicht erfüllen, vor allem im Frühjahr: „Wir haben uns unter unserem Wert verkauft. Aber man darf nicht vergessen, dass wir einige neue Spieler dazubekommen hatten. Zusammenwachsen dauert eben seine Zeit.“ Nachdem heuer mit Ronivaldo der beste Spieler der Liga zum Rivalen aus Innsbruck gewechselt ist und der zweite große Favorit Austria Klagenfurt heißt, will Lustenau aus der Außenseiterposition angreifen. „Vielleicht fällt uns das leichter und wir können überraschen.“ Der Hunger auf die Tipico Bundesliga ist bei Schierl nach bereits 148 Partien in der 2. Liga riesig. Seine ersten 4 Bundesligapartien für Wiener Neustadt sind bereits sechs Jahre her. „Für mich persönlich ist die Bundesliga ganz klar das Ziel.“ Wie das gelingen soll? „Indem wir wieder eine Heimmacht werden.“ Der Aufstieg wäre in Domeniks Karriere dann das Tüpfelchen auf dem i. 

Von Christoph König

Dieser Artikel ist im offiziellen Journal der 2. Liga erschienen – erhältlich bei allen Klubs der 2. Liga.

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