Der Troubleshooter

12. October 2020 in 2. Liga Der Trainer des FC Blau Weiß Linz, Ronny Brunmayr, spricht im Interview über Troubleshooting, Ermüdungserscheinungen und das Potenzial seiner Mannschaft.

Seine ersten Profitore schoss Ronald „Ronny“ Brunmayr auf der Gugl für den FC Linz. Im Winter kehrte der gebürtige Steyrer heim nach Linz. Es ist seine zweite Station im Profibetrieb. Doch wirklich vorbereiten konnte ihn für das vergangene Jahr wohl ohnehin nichts und niemand.

Sie sind zu einer Zeit zum Verein gekommen, als er in finanziellen Schwierigkeiten gesteckt ist. Kann man als Trainer dennoch Akzente setzen?

Da muss man der Mannschaft ein großes Kompliment aussprechen. Für sie war das eine schwierige Zeit, man hat fast täglich über unsere wirtschaftliche Sorgen berichtet, aber sie haben sich dennoch aufs Sportliche konzentriert.

Hat Ihre Erfahrung aus Ihrer aktiven Laufbahn geholfen? Damals waren Klubs regelmäßig in der Bredouille.

Das kann man nicht miteinander vergleichen. Es hat sich sehr viel gebessert. Bei uns kam es damals regelmäßig vor, dass wir monatelang auf Gehälter oder Prämien warten mussten. Das gibt es heute nicht mehr.

Wie fällt ihre Zwischenbilanz in Linz aus? Sie sind jetzt seit einem halben Jahr Trainer.

Das ist schwierig zu sagen, weil die Zeiten so außergewöhnlich sind. Die Unterbrechung und dann der Neustart mit vielen englischen Runden hat uns sehr gefordert. Dann hatten wir auch noch einen Coronafall, der glücklicherweise glimpflich verlaufen ist. Aber es war anstrengend, ich war nur mehr ein Troubleshooter.

Sind Sie vor dem Hintergrund mit den Leistungen Ihrer Spieler zufrieden?

Es war ein sehr wechselhaftes Frühjahr. Wir haben fünf Spiele gewonnen und fünf Spiele verloren. Ich glaube, wir haben gezeigt, dass Potenzial in der Mannschaft steckt und dass wir auch die Spitzenteams ärgern können. Aber wir sind nicht davor gefeit, als Favorit zu verlieren.

Was ist Ihr Ziel für die kommende Saison?

Das ist schwer zu sagen, die Mannschaft muss sich im Herbst erst finden. Wir wollen mit dem Abstieg nichts zu tun haben, das ist unsere Priorität. Und dafür müssen wir um jeden Meter laufen. Dann werden wir das schaffen.

Von Moritz Ablinger

Dieser Artikel ist im offiziellen Journal der 2. Liga erschienen – erhältlich bei allen Klubs der 2. Liga.

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