Das verflixte siebte Jahr

26. August 2019 in 2. Liga Reinhard Großalber ist Kapitän und Identifikationsfigur beim SK Vorwärts Steyr. Auch die größte Herausforderung konnte diese Beziehung nicht gefährden.

In allen langfristigen Beziehungen kommt es irgendwann einmal zum verflixten siebten Jahr. Bei Reinhard Großalber und dem SK Vorwärts Steyr war das nicht anders. Im siebten Jahr bei Vorwärts stand am Anfang die große Freude über den Aufstieg in die HPYBET 2. Liga. Doch sportlich verlief es nicht nach Wunsch.

„Das Jahr war sportlich wirklich verflixt“, lacht er, „da hat es dem Sprichwort alle Ehre gemacht. Aber zum Glück sind wir mit dem Schrecken davongekommen.“ Denn auch heuer wird Steyr Teil der 2. Liga sein. Wobei das alleine nicht der Grund war, warum Großalber sich entschied, seinen Vertrag ein weiteres Mal zu verlängern. Der Kapitän und Publikumsliebling hat nicht umsonst schon eine so lange fixe Partnerschaft mit dem Kultklub. „Ich war als Kind schon auf der Tribüne. Mit meinem Papa bin ich die 20 Minuten von meinem Heimatdorf Seitenstetten nach Steyr gefahren“, erinnert er sich gerne zurück. Er erlebte die Bundesligazeiten des Vereins hautnah mit und war umso glücklicher, als er 2012 vom SV Sierning zur Vorwärts wechseln konnte.

Ein Abgang war seitdem nie ein Thema. „Ich habe meinen Lebensmittelpunkt in Steyr, habe hier Familie und ein Haus. Auch meine Arbeitsstelle ist direkt neben dem Stadion“, erklärt der Sport- und Geographie-Lehrer, der nur eine halbe Lehrverpflichtung hat. „Bevor ich gewechselt wäre, hätte ich noch eher überlegt, ins Trainergeschäft zu wechseln, aber der Verein hat sich stark darum bemüht, dass ich bleibe.“ Aber das alleine war naturgemäß nicht der Grund. „Es gibt nichts Schöneres, als im Vorwärts-Stadion als Kapitän einzulaufen.“

Wobei das mit dem Trainergeschäft ebenso in der Familie liegt wie das Tormannsein. Auch der jüngere Bruder Philip fand dereinst den Weg zwischen die Pfosten. „Leider hat er sich früh verletzt.“ Er fand den Weg ins Trainergeschäft. Mehr als erfolgreich. Diesen Sommer nutzte er das Sprungbrett Vorwärts und schloss sich dem LASK an.

Reinhard Großalber macht sich unterdessen auch schon Gedanken um die Zukunft, seit kurzem ist er Teil des Sportbeirats des Vereins. „Ich werde bereits in manche Prozesse unseres Sportmanagers miteinbezogen, vielleicht liegt dort meine Zukunft“, sagt Großalber. Nur eines scheint sicher: Das verflixte siebte Jahr war ganz sicher nicht das letzte bei Vorwärts. Es könnten noch sehr viele weitere folgen.

Von Peter K. Wagner

Dieser Artikel ist im offiziellen Journal der 2. Liga erschienen – erhältlich bei allen Klubs der 2. Liga.

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